Therapien

Die Reihenfolge kann je nach Diagnose variieren. Die Ernährung und das Verhalten wird gemäss Diagnose angepasst. Die sanfteren äusseren Therapieformen werden oft in Verbindung mit dem Punkt eins und zwei verordnet /angewendet.

1. Ernährungs- und Verhaltensweisen entsprechend der Krankheit ändern
2. Gabe von medizinische Substanzen (hauptsächlich Kräuterpillen, Pulver, Tees)
3. Äussere Therapieformen
4. Zusätzliche Möglichkeiten durch spirituelle Einflussnahme
(wird nur von Lamas durchgeführt, nicht vom Arzt)

1. Ernährungs- und Verhaltensweise:
Die Nahrung, sowohl Lebensmittel und Getränke, wird als eigentliche Medizin verstanden. Wir können nicht existieren ohne Nahrung, sie ist das Wichtigste in der Behandlung der trad. Tib. Medizin. Je nach Krankheitsbild kann allein durch die Ernährung das Gleichgewicht wieder hergestellt werden. Die entsprechende Verhaltensweise unterstützt diesen Prozess ebenfalls optimal, vorausgesetzt der Patient ist diszipliniert und hält sich an die Anweisungen des Arztes.

Die Essgewohnheiten sollten folgende Qualität haben:
1. Qualität der Nahrung
2. Gute Art des Essens
3. Regelmässigkeit des Essens
4. Angepasste Menge des Essens
5. Die korrekte Art der Mischung
6. mit Wertschätzung essen

Die 6 Geschmacksrichtungen (entstanden aus den 5 Elementen) verändern sich durch die Verdauung wie folgt:
Süss bleibt süss Erde
Salzig wird süss Wasser
Sauer bleibt sauer Feuer
Bitter bleibt bitter Wasser
Scharf wird bitter Feuer
Herb wird bitter Feuer

Die 8 Energien der Nahrung:
1. schwer 5. leicht
2. Ölig 6. rauh
3. Kühl 7. warm
4. Stumpf 8. schneidend

2. Gabe von medizinischen Substanzen:
Die ungeheure Vielzahl der in der trad. Tib. Medizin verwendeten Substanzen ist schlichtweg beeindruckend, wobei alle Bereiche des Lebens, vom Mineralreich über das Pflanzenreich bis zum Tierreich(wird heut zu Tage vorzugsweise vermieden in den Rezepturen), zur Anwendung kommen. Hierdurch werden die verschiedenen Ebenen des menschlichen Seins in einer ganzheitlichen Weise zur Heilung aufgerufen. Die Mineralien einschliesslich der Edelsteine, sowie die Pflanzen den überragenden Anteil der heutzutage verwendeten medizinischen Substanzen dar. Ihre wohlausgewogene Vermischung zu einer Gesamtkomposition (Vielstoffgemische) aus vielerlei Komponenten, fordert einiges an Wissen. Die tibetischen Ärzte benötigen dazu 2 Jahre Studium. Die Fähigkeit der trad. Tib. Arzneimittel, eine synergistisch-komplexe Heilwirkung ohne gleichzeitig unerwünschte Nebenwirkungen in Gang zu setzen, ist vielgerühmt.

3. Äussere Therapieformen:
Die zusätzlichen Therapieverfahren, sollten ausschliesslich nur durch versierte Behandler angewendet werden.

Folgende zusätzliche Therapien werden angewendet:
- Öltherapien innerlich
- äusserlich (Massagen, Einreibungen)
- Moxibustion und Therapie mit der „Goldenen Nadel“
- Horme, warme Ölapplikationen
- feuchte Wickel, Kompressen, Bäder
- Tsampa, geröstetes Gerstenmehl mit diversen Zusätze
- Mineralien- und Edelsteintherapien
- tibetischen Klangschalen
- Humorale Ausleitungsverfahren - Einläufe, Zäpfchen
- Abführmittel
- Brechmittel
- Reinigung der Kanäle
- Aderlass
- Akupunktur
- Schröpfen (trocken und nass)
- Stocktherapie
- Brenntherapie, die Ausübung ist in der Schweiz verboten
- tibetische Mantras rezitiere